BSH-Vertreter schlägt beide Dauerrivalen im Pokal

Es war ein tolles Finalwochenende mit einer dramatischen Entscheidung: Die Wasserballer der Waspo 98 Hannover haben nach einer 14-jähriger Durststrecke ohne nationale Titel erstmals wieder den deutschen Pokalwettbewerb der Männer (DSV-Pokal) gewonnen. Bei der Finalveranstaltung in Düsseldorf mit dem großen Treffen der nationalen Wasserballszene besiegte der Vertreter des Bezirksschwimmverbandes Hannover im Halbfinale mit Rekordgewinner Wasserfreunde Spandau 04 (9:4) sowie im Endspiel mit ASC Duisburg (10:9) nacheinander die beiden Dauerfinalisten des deutschen Wasserballs, die seit 2007 sämtliche nationalen Vereinstitel gewonnen hatten.
 
Die Fans der Sportart, darunter auch ein Block aus Hannover, kamen im Finale voll auf ihre Kosten: Vor vollen Rängen in der neuen 50-Meter-Schwimmhalle des Düsseldorfer Rheinbades hatte der ASC Duisburg zwischenzeitlich mit 6:4 und 7:5 (20.) in Front gelegen. Nach einer vergebenen Überzahlchance zum 8:5 drehte dann allerdings die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer mit fünf Treffer in Serie auf und ging ihrerseits mit 10:7 in Führung. Duisburg konnte in den letzten 44 Sekunden zwar noch auf 9:10 verkürzen, jedoch den Sieg des LSN-Vertreters nicht mehr verhindern. „Man hat gemerkt, dass die regelmäßig international spielen. Die haben sich von dem Rückstand nicht beeindrucken lassen“, kommentierte DSV-Spielbeobachter Jürgen Hausche (Gelsenkirchen) den Auftritt des LSN-Vertreters.
 
Tags hatte das von den Fans mit Spannung erwartete Halbfinalduell der beiden deutschen Champions League-Teilnehmer entsetzte Gesichter in den Reihen von Rekordgewinner Spandau 04 (31 Titel seit 1979) produziert: Nach der hart umkämpften 11:13-Niederlage der Berliner im ersten Punktspielduell beider Teams hatten der nationale Rekordmeister an diesem Abend nicht den Hauch einer Chance gegen die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer, die nach drei Spielvierteln mit 7:1 führte. Die Beobachter fühlten sich an eine regelrechte „Götterdämmerung“ erinnert: Spandau wirkte über weite Passagen der Partie einfallslos gegen die bestens organisierte Waspo98-Abwehr um den viermaligen Olympiateilnehmer Predrag Jokic und einen glänzend aufgelegten Schlussmann Roger Kong. Hannovers vierfacher Torschütze Darko Brguljan hatte zu diesem Zeitpunkt bereits dreimal getroffen.
 
„Spandau geschlagen, Duisburg geschlagen, alles innerhalb von 24 Stunden“, freute sich Karsten Seehafer nach dem obligatorischen Bad für den Gewinner nicht nur über den Titelgewinn, sondern auch einen Doppelschlag der besonderen Art. Für die 2014 und 2015 noch jeweils knapp im Endspiel an Spandau gescheiterten Niedersachsen war es der dritte Pokalsieg nach den Erfolgen 1998 in Neustadt an der Weinstraße und 2003 in Esslingen. Große Pause hat der LSN-Vertreter übrigens nicht: Bereits am kommenden Sonnabend steigt in Duisburg das Punktspiel der beiden Finalisten, und am 8. Februar gastiert Waspo 98 am vierten Hauptrundenspieltag der Champions League in Kroatien bei Titelverteidiger Jug Dubrovnik.
 
Ebenfalls in Düsseldorf wurde an diesem Wochenende auch der deutsche Pokalsieger der Frauen ausgespielt. Hier gab es nach einem 17:10-Finalerfolg des SV Nikar Heidelberg gegen Titelverteidiger SV Bayer 08 Uerdingen ebenfalls einen neuen Gewinner. Zum siegreichen Team der Nikar-Nixen gehörten mit Michelle Reinhart sowie den Schwestern Gesa und Ira Deike auch drei Spielerinnen, die bis 2015 für den Hannoverschen SV aktiv waren und ihren Wohnsitz weiter in Niedersachsens Landeshauptstadt haben. Die Siegerehrung beider Wettbewerbe führte als Vertreter des deutschen Schwimm-Verbandes LSN-Präsident Wolfgang Hein durch.
 
 
DSV-Pokal Männer und Frauen 2016/2017
 
Endrunde in Düsseldorf
 
Freitag, den 27. Januar 2017
16:00 SV Blau-Weiß Bochum – SV Bayer 08 Uerdingen 4:9 (2:2, 2:3, 0:2, 0:2)– Halbfinale Frauen
17:15 ASC Duisburg – OSC Potsdam 14:8 (2:0, 2:0, 3:1, 2:3) – Halbfinale Männer
18:30 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 9:4 (2:0, 2:0, 3:1, 2:3) – Halbfinale Männer
19:45 SV Nikar Heidelberg – SC Chemnitz 16:6 (2:4, 6:2, 3:0, 5:0) – Halbfinale Frauen
Sonnabend, den 28. Januar 2017
14:00 SV Blau-Weiß Bochum – SC Chemnitz 16:15 (3:2, 4:3, 2:1, 2:5/5:4) nach Fünfmeterwerfen – Spiel um Platz 3 Frauen
15:15 OSC Potsdam – Wasserfreunde Spandau 04 6:11 (4:1, 1:3, 1:4, 0:3) – Spiel um Platz 3 Männer

16:30 SV Bayer 08 Uerdingen – SV Nikar Heidelberg 10:17 (4:4, 3:6, 2:5, 1:2) – Finale Frauen
18:00 ASC Duisburg – Waspo 98 Hannover 9:10 (2:2, 3:1, 2:3, 2:4) – Finale Männer
 
Spielort: Rheinbad 50, Europaplatz 1, 40474 Düsseldorf
 
 
 
Bericht Wolfgang Philipps